Waldhof

Gebäude

Der Kunstverein Bielefeld befindet sich im Waldhof, einem Adelshof aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance, der in der Altstadt, dem Zentrum Bielefelds, gelegen ist. Teile der historischen Bausubstanz reichen bis in die Zeit der Bielefelder Stadtgründung im 13. Jahrhundert zurück. Das vierzig Quadratmeter große Gewölbe des Waldhofs stammt aus der Zeit der Gotik.

Anmietung

Das Gewölbe bietet einen besonders stimmungsvollen Rahmen für Veranstaltungen. Es kann von Privatpersonen oder Firmen gemietet werden und bietet für maximal 30 Personen Platz. Bei Interesse können Sie sich vor Ort von der Atmosphäre überzeugen und sich von uns individuell beraten lassen.
Wir freuen uns auf Ihre Anfragen unter kontakt@kunstverein-bielefeld.de oder +49 (0) 521.17 88 06.

Permanent installierte Werke

Im Innenhof des Kunstverein Bielefeld befinden sich die Werke Tisch (1988) von Reinhard Buxel und 1990 (1990) von Maria Dompè. Jenseits unserer Öffnungszeiten ist der Hof unter der Woche von 9:00 bis 18:00 geöffnet. Die Installation Der Morgen (2000) von Elisabeth Masé kann im Gewölbe des Kunstvereins nach Absprache unter kontakt@kunstverein-bielefeld.de oder +49 (0) 521.17 88 06 besichtigt werden.


WEITERE INFORMATIONEN

REINHARD BUXEL
TISCH, 1988
Sandstein, installiert im Hof des Kunstvereins

Reinhard Buxel (*1953 in Amshausen, †2016 in Salzkotten) hat in seinen großformatigen Steinskulpturen, bestehend aus einzelnen, fugendicht geschlossenen Blöcken, das Verhältnis des natürlich gegebenen Materials zur gewollten Kunstform neu definiert. Gegensätzliche bildnerische Prinzipien, wie Lastendes und Tragendes, Ruhe und Bewegtheit, Linie und Volumen, stehen in seinen Arbeiten in lebendigem Kontrast und Ausgleich. Buxels Skulpturen erinnern in ihren architektonisch-geometrischen Grundformen einerseits an vor- und frühgeschichtliche Kultmale, sind aber andererseits von einer modernen Formensprache geprägt. Auch die Arbeit Tisch steht in der Spannung zwischen Natur und Kultur und dem Zusammenspiel der steinernen Einzelteile zu einem einheitlichen Ganzen. Der Titel verweist auf eine Möbelfunktion – Picknicktisch, Altar oder Versammlungsort – entzieht sich aber gleichzeitig einer funktionalen Festlegung. Tisch wurde im Zuge des Künstler*innenfestes Artibus '89 im ehemaligen Skulpturengarten des Kunstvereins installiert


MARIA DOMPÈ
1990, 1990
Dolomitgestein, Seil, installiert im Hof des Kunstvereins

Maria Dompè (*1959 in Fermo, Italien) bezieht sich in ihrer Arbeit auf gesellschaftliche Ereignisse, sie schafft ortsspezifische Skulpturen, die einen Dialog zwischen dem Ort und seiner Geschichte eingehen. Die Künstlerin war im Zuge des Artibus '90 einige Wochen zu Gast im Kunstverein und nutzte den Innenhof als offenes Atelier. Die in diesem Zeitraum entstandene Skulptur 1990 bezieht sich räumlich und historisch auf das ehemalige Asylfenster in der Mauer des Waldhofs. Der ehemalige Adelshof war ausgestattet mit dem Asylrecht als Schutz vor dem Stadtgericht. Die aus Dolomitgestein gearbeitete Skulptur ist mit ihrer geschliffenen Seite dem mittlerweile zugemauerten Durchgang in der Mauer zugewandt und greift dessen Form auf. Dompè stellt mit 1990 einen direkten Bezug zu der Öffnung der Berliner Mauer.


ELISABETH MASÉ
DER MORGEN, 2000
Raumbezogene Installation im Gewölbe des Kunstvereins

Das um 1200 errichtete Gewölbe im Keller zählt zu den wenigen Zeugnissen mittelalterlichen Bauens in Bielefeld. Der in den 1950er Jahren stark veränderte Raum diente dem Kunstverein als Sitzungszimmer, temporärer Ausstellungsraum oder als Lager. Für die Installation Der Morgen wurde der Raum vollständig entleert. Im hinteren, in sich geschlossen und geschützt wirkenden Raumteil ist eine farbige, mehrteilige Möbelskulptur entstanden. Die rote Tischplatte wird von fünf roten Kuben getragen. Die Zahl der Kuben entspricht der Zahl der Vorstandsmitglieder. Den Tisch flankieren zwei grausilbrige Bänke. An den Kopfenden des Tisches stehen zwei fliederfarbene, kubisch geformte Stühle. Auf der roten, langen Tafel steht eine nachtblaue metallene Vase, in der sich eine weiße Lilie befindet. Diese stellt die formale Verbindung zum gotischen Gewölbe her. Die Lilie erfuhr ihre größte Verbreitung im 13. Jahrhundert und gilt in der biblischen Tradition als Symbol der Erwählung. Die Arbeit wird aktuell restauriert.

KUNSTVEREIN BIELEFELD
Welle 61
33602 Bielefeld

Do, Fr, 15:00 – 19:00
Sa, So, 12:00 – 19:00
Mo–Mi, nach Vereinbarung

T +49 (0) 521.17 88 06
F +49 (0) 521.17 88 10
kontakt@kunstverein-bielefeld.de

Kunstverein Bielefeld. Photo: Dennis Neuschaefer-Rube